Papierlexikon

Papier

Papier ist ein Erzeugnis aus mechanischen oder chemisch freigelegten Pflanzenfasern, die in wässriger Suspension miteinander verfilzt und - unter Zusatz von Hilfsstoffen wie Füllstoffen, Farbstoffen oder Leim - zu einer Blattform verarbeitet werden. Oder, laut DIN 6730: "ein flächiger, im wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Werkstoff, der durch Entwässerung einer Faserstoffaufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird. Dabei entsteht ein Faserfilz, der umschließend verdichtet mit getrocknet wird".

Papieranfaserung

Technik zur Ergänzung von Fehlstellen im Papier bei der Restaurierung von Büchern.

Papierformate

siehe auch DIN-Formate

Fremde oder historische Papierformate:

Gelegentlich tauchen alte Zeitungsformate noch auf und zwar:

Berliner Format

= 315 x 470 mm

Rheinisches Format

= 350 x 510 mm

Norddeutsches Format

= 400 x 570 mm

Amerikanische Standardformate
Im amerikanischen System ist das Normalformat nicht für alle Papiersorten gleich.
Es beträgt:

Formate in
inch*

Format in
cm

Papiersorte
dt. Bez.

Papiersorte amerik. Bez.

17 x 22

43 x 56

Schreibpapier

Bond

  

Bankpostpapier

Ledger

  

Registerpapier

mimiograph duplicator

  

Saugpostpapier

 
  

Abzugpapier

 
    

20 x 26

51 x 66

Umschlagpapier

cover papers

  

(gestr. u. ungestr.)

(coated and uncoated)

    

25,5 x 30,5

65 x 76

Register-Bristolpapier

Index bristol

    

20,5 x 28,5

57 x 72,4

Gautsch-Bristol und Postkarten-Karton

Mill bristol and postcard

oder

oder

  

22,5 x 35

57 x 79

  
    

24 x 36

61 x 91

Etikettenpapier und Zeitungspapier

tag and newspaper

    

25 x 38

63,5 x 96,5

Werkdruckpapier

book papers

  

Offsetdruckpapier

coated offset

  

(gestr. u. ungestr.)

opaque etc.

*1 inch = 2,540 cm

   

Traditionelle Papierformate in angelsächsischen Ländern:

Druckpapiere

in engl. Zoll (inch)

  

Large Foolscap

13,5 x 17

Crown

15 x 20

Large Post

16,5 x 21

Demy

17,5 x 22,5

Double Crown

20 x 30

Imperial

22 x 30

Double Demy

22,5 x 35

Medium

18 x 23

Royal

20 x 25

Large Royal

20 x 27

Super Royal

20,5 x 27,5

Quad Crown

30 x 40

Quad Demy

35 x 45

Historische Papierformate Deutschland (in cm):

Nummer/Bezeichnung

 

I Reichsformat

33 x 42

II Schulformat

34 x 43

III Propatria

36 x 45

IV Einhorn

38 x 48

V Register

40 x 50

VI Groß-Register

42 x 53

VII Median

44 x 56

VIII Groß-Median

46 x 59

IX Regal

48 x 64

X Groß-Regal

50 x 65

XI Imperial

54 x 68

XII Groß-Imperial

57 x 78

Weltformat
1911 wurde von K. W. Bührer und Saager versucht ein "Weltformat" zu gründen: Einheitsformat (Monoformat) 115 mm x 165 mm

Dies kam schon vor dem 1. Weltkrieg nicht zum Tragen; es wird ganz gelegentlich aber heute noch danach gefragt.

Papiergewicht

Flächengewicht

Papiermaschine

ist das zentrale Element jeder Papierfabrik. Auf bis zu 10 Metern Breite und bis zu 200 Metern Länge sind unter dem Sammelbegriff "Papiermaschine" sehr unterschiedliche Aggregate hintereinandergeschaltet: Stoffauflauf, Siebpartie, Pressenpartie, Trockenpartie und Aufrollung sind - bei sehr variablen Konstruktionsmöglichkeiten - die Standardelemente.

Im Stoffauflauf wird der Faserbrei (mit bis zu 99 Prozent Wasser aus der Aufbereitung) gleichmäßig auf ein äußerst feines Endlossieb aufgebracht, das sich ständig fortbewegt und - außer bei sehr schnellen Maschinen - auch seitlich geschüttelt wird.

Hier verfilzen sich die Fasern zu einer einheitlichen, noch nassen Papierbahn (»Blattbildung«). In dieser Siebpartie läuft überschüssiges Wasser durch das Sieb ab, am Ende liegt der Wassergehalt noch bei etwa 80 Prozent. Die Bahn ist dann bereits fest genug, um sie vom Sieb abzunehmen und mit Hilfe von Filzbändern in die anschließenden Nasspressen zu leiten. Nach dieser weiteren Entwässerung, die den Wassergehalt auf gut 50 Prozent reduziert, beginnt der längste Teil der Papiermaschine, die Trockenpartie.

Auf bis zu 100 dampfbeheizten Trockenzylindern wird der Papierbahn der Rest der Feuchtigkeit entzogen. Daran können sich bis zum Aufrollen der Bahn auf einen Tambour noch verschiedene, nicht obligatorische Arbeitsgänge anschließen. So kann ein Streichwerk eingeschaltet sein, in dem die Papierbahn auf halbem Wege zur endgültigen Trocknung noch gestrichen wird.

Für bestimmte Verwendungszwecke wird das Papier außerhalb der Papiermaschine noch besonders veredelt (satiniert bzw. geglättet). Beachtlich sind die Geschwindigkeiten, mit denen moderne Papiermaschinen arbeiten. So kann eine Zeitungsdruckpapiermaschine mit einer Arbeitsbreite von 9 Metern Geschwindigkeiten bis zu 900 Meter pro Minute (= 54 km/h) erreichen und so in 24 Stunden 600 Tonnen Papier mit einem Flächengewicht von 52 g/m2 erzeugen. Zum Vergleich: ein mittelalterlicher Papiermacher schaffte mit 24 Arbeitern in 16 Stunden etwa 100 Kilogramm Büttenpapier. Je nach Art des Papiers laufen Papiermaschinen mit Geschwindigkeiten bis zu 2000 m/min. in anderen Fällen erreichen sie jedoch nur einige m/min.

Papierprüfung

Methoden und eine Vielzahl von Vorschriften und Normen, um Papier und Karton auf Eigenschaften, Beschaffenheit, Qualität und Güte nach genau definierten und nachvollziehbaren Wegen auf speziellen Prüfgeräten und auch Probedruckgeräten (zur Prüfung der Bedruckbarkeit) zu überprüfen. Bei allen Prüfungen ist das erforderliche Prüfklima nach DIN 50 014 einzuhalten.

Papierrohstoffe

sind in erster Linie Holz, daneben aber auch Textilien (Hadern) und Stroh. Ein weiterer Ausgangsstoff, der wesentlich zur Papierherstellung eingesetzt wird, ist das Altpapier. siehe auch Einjahrespflanzen

Papiertechnische Stiftung

Die Papiertechnische Stiftung (PTS) arbeitet seit 1951 als innovativer und unabhängiger Partner für alle Unternehmen der Papierwirtschaft einschließlich Zulieferindustrie wie Maschinenbau, Chemie und Prozesstechnik. An den beiden Standorten in München und Heidenau erbringen 150 Mitarbeiter Forschungsprojekte und Dienstleistungen mit einem Budget von rund 25 Mio DM. Die PTS bietet Forschung und Beratung für die Papierwirtschaft in den Kundenzielgruppen 
- Faserstoffherstellung, 
- Papiererzeugung, 
- Papierverarbeitung, 
- Zulieferindustrie, 
- Papiergroßhandel und 
- öffentliche Institutionen.

Papiervolumen

Unter Volumen versteht man den Rauminhalt eines Körpers. Das Volumen eines Papiers zeigt das Verhältnis seiner Dicke zu seinem Gewicht in g/m2. Bei normal gearbeitetem Papier mit normaler Glätte spricht man hinsichtlich seines Rauminhaltes von einfachem Volumen oder 1/1 Volumen. Bei gleichem Quadratmetergewicht ist ein Papier um so griffiger, je voluminöser es ist.

Z. B. bei einem Gewicht von 100 g/m²:

- 1       faches Volumen

= 0,100 mm Dicke,

- 1 1/4 faches Volumen

= 0,125 mm Dicke,

- 1 1/2 faches Volumen

= 0,150 mm Dicke,

- 1 3/4 faches Volumen

= 0,175 mm Dicke,

- 2       faches Volumen

= 0,200 mm Dicke,

- 2,2    faches Volumen

= 0,220 mm Dicke,

Vergleichstabellen für maschinenglatten Werkdruck:
Volumen 1fach

Gewicht in g/m²

Blattdicke in mm

Bogendicke (8 Blatt) in mm

60

0,060

0,480

65

0,065

0,520

70

0,070

0,560

75

0,075

0,600

80

0,080

0,640

85

0,085

0,680

90

0,090

0,720

95

0,095

0,760

100

0,100

0,800

Volumen 1,5 fach

Gewicht in g/m²

Blattdicke in mm

Bogendicke (8 Blatt) in mm

60

0,090

0,720

65

0,098

0,784

70

0,105

0,840

75

0,113

0,904

80

0,120

0,960

85

0,128

1,024

90

0,135

1,080

95

0,143

1,144

100

0,150

1,200

Volumen 1,75 fach

Gewicht in g/m²

Blattdicke in mm

Bogendicke (8 Blatt) in mm

60

0,105

0,840

65

0,114

0,912

70

0,123

0,984

75

0,131

1,040

80

0,140

1,120

85

0,149

1,192

90

0,158

1,264

95

0,166

1,328

100

0,175

1,400

Volumen 2 fach

Gewicht in g/m²

Blattdicke in mm

Bogendicke (8 Blatt) in mm

60

0,120

0,960

65

0,130

1,040

70

0,140

1,120

75

0,150

1,200

80

0,160

1,280

85

0,170

1,360

90

0,180

1,440

95

0,190

1,520

100

0,200

1,600

Volumen 2,2 fach

Gewicht in g/m²

Blattdicke in mm

Bogendicke (8 Blatt) in mm

60

0,132

1,056

65

0,143

1,144

70

0,154

1,232

75

0,165

1,320

80

0,176

1,408

85

0,187

1,496

90

0,198

1,584

95

0,209

1,672

100

0,220

1,760

Pappe

ist in der Regel stärker als Karton (Flächengewicht) und hat darum eine größere Festigkeit. Nach dem Produktionsverfahren werden Maschinenpappen und Wickelpappen unterschieden. Verpackungskarton, Technische und Spezial-Pappen.

Papyrolin

Papier aus einer Verbindung von Papier mit einem Textilgewebe.

Papyrus

ist der Vorläufer des Papiers, der diesem den Namen gegeben hat. Hergestellt wurde es aus einem schilfartigen Sumpfgewächs (Papyrus), dessen Stengelmark in Streifen geschnitten, kreuzweise übereinandergelegt und dann gepresst, gehämmert, geglättet und getrocknet wurde.

Pauscht

Alte Bezeichnung aus der Zeit des Handschöpfens für einen Stoß von 181 geschöpften Bogen, die zwischen 182 Filzen lagen und zum Entwässern gepresst wurden.

PEFC

Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes 
ähnliche Ziele wie FSC
Dachorganisation zur Anerkennung von Zertifizierungssystemen mit Sitz in Paris. Auf Initiative europäischer Waldbesitzer und der Holzindustrie 1999 gegründet.

Pergamentersatz

ist ein fettdichtes ("Butterbrot"-)Papier. Seine Dichtigkeit erhält es im wesentlichen dadurch, dass die Zellstoffasern auf besondere Art vermahlen werden. Die einzelnen Fasern werden dabei stark aufgeteilt bzw. gequetscht. Es ist aber - im Gegensatz zum Pergamentpapier - nicht wasserdicht und kochfest.

Pergamentpapier

(genannt "Echt Pergament") ist ein kochfestes, fett- und wasserdichtes Papier. Das Ausgangsprodukt ist ein saugfähiges Rohpapier, das in einem Schwefelsäurebad behandelt wird, um die Papieroberfläche abzudichten. Pergamentpapier wird vor allem zum Verpacken von Fettprodukten (Butter, Margarine) sowie für technische Zwecke eingesetzt.

Pergamin

Aus fein gemahlenem Zellstoff hergestelltes, weitgehend fettdichtes, aber nicht nassfestes Papier. Seine hohe Transparenz erhält es durch sehr scharfe Satinage. 

Einsatzgebiete: Abdeckblätter in Fotoalben, Briefumschlagfenster u.ä.

Plakatpapier

Naturpapier mit besonderen Eigenschaften für die Bedruckbarkeit und speziellen technologischen Voraussetzungen für das Einweichen vor der Plakatierung, für das Kleben und für die Witterungsbeständigkeit. Die einseitig farbig gestrichene Plakatpapiere (auch in Tagesleuchtfarben) müssen lichtbeständig und regenfest sein.

Postconsumer-Waste

Altpapier

Der Begriff "post-consumer-waste" kommt aus dem Amerikanischen. Gemeint ist Altpapier im Sinne der Definition nach DIN 6730. Dies können z. B. alte Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge u. ä. sein.

Postkartenkarton

Leicht holzhaltig oder holzfrei. Er muss entsprechend der Postvorschrift ein Mindestgewicht von 150 g/m2 haben. 
Naturpapier, Karton

Preprint

Verarbeitungs- und Lagerempfehlungen zum Preprintvorgang: Preprint-Papiere werden mit einer Feuchtigkeit von ca. 35% ausgeliefert, also bedeutend trockener als Standard-Offsetpapiere mit einer Feuchte von ca. 50% ± 5%. Grundsätzlich handelt es sich um ein zu trockenes Papier, also um ein Material, das nicht im Gleichgewicht zur Raumfeuchte des Druckmaschinenraums, in der Regel 50-55% relative Feuchte, steht. Die niedrige Feuchte, die während des Offsetdruckvorgangs um nicht mehr als 5% zunehmen darf, verhindert, dass das Papier nach der Hitzefixierung im Laser- oder Kopiergerät zuviel Wasser verliert und damit seine ursprüngliche Planlage. Dies würde zu Druckauslassungen, Papierstaus oder Problemen beim automatischen Zusammentragen führen. Die niedrige Feuchtigkeit hat jedoch zur Folge, dass das Preprint-Papier viel schneller und sensibler auf seine "feuchte" Umwelt reagiert als ein Standard-Offsetpapier. Um ein funktionstüchtiges Produkt zu erhalten und Störungen bei der Verarbeitung in Kopierern oder Laserdruckern zu vermeiden, bitten wir Sie daher, folgende Empfehlungen zu beachten: Vor dem Offsetdruck: Lagern Sie das Papier mindestens einen Tag im Drucksaal, damit es sich an die Temperatur dort gewöhnen kann. Nehmen Sie das Papier erst kurz vor dem Bedrucken aus der Klimaschutzverpackung, damit es keine Feuchtigkeit aufnimmt. Während des Offsetdrucks: Fahren Sie mit möglichst geringer Wasserführung. Das Papier darf während des Offsetdrucks maximal 5% Feuchtigkeit aufnehmen. Benutzen Sie, wenn möglich, ein Alkohol-Feuchtwerk. Der pH-Wert des Wischwassers darf nicht tiefer als 5,5 sein. Setzen Sie je nach Anwendungsgebiet Ihrer Erzeugnisse die nach Absprache mit Ihrem Farblieferanten geeigneten Farben ein. Nach dem Offsetdruck/in der Weiterverarbeitung: Umhüllen Sie sofort nach dem Druckvorgang das Papier mit einer Klimaschutzverpackung (z.B. Rieseinschlag, Folie, Plastikhaube), damit es keine zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen kann. Lassen Sie das Papier nach dem Druck genügend lange ruhen, bis die Farbe nagelhart ausgetrocknet ist, damit sie bei der Weiterverarbeitung nicht durch die Gerätehitze aufgeweicht wird. Achten Sie beim Ausrüsten des Endformats auf einen glatten Schnitt mit scharfgeschliffenen Messern. Er verhindert Geräteverschmutzungen und Verarbeitungsprobleme! Erst unmittelbar vor dem Gebrauch im Kopierer oder Laserdrucker die Verpackung öffnen, um Feuchtigkeitsaufnahme zu verhindern.

Pressenpartie

Wesentlicher Bestandteil einer Papiermaschine. Langsiebpapiermaschine

Programmpapier

Geschmeidiges, meist holzfreies Papier mit weichem Laubholz-Zellstoff, das beim Umblättern wenig Geräusche verursachen soll.

Pulp

Englische Bezeichnung für den aufbereiteten, produktionsfertigen Faserstoff. 
Stoff, Ganzstoff

Pulper

Maschine (Stoffauflöser) zum Auflösen von Zellstoff, Holzstoff oder Altpapier in der Papierindustrie. Dabei wird der Stoff so stark aufgelöst, dass er pumpfähig wird und der Verarbeitung zugeführt werden kann.

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