Papierlexikon

Landkartenpapier

Papier mit einer besonders guten Dimensionsstabilität. Die Anforderungen an Landkartenpapier ergeben sich aus DIN 6728.

Langsiebmaschine

Papiermaschine, in der die Siebpartie aus einer endlos umlaufenden flachen (Bronze- oder Kunststoff-) Siebbahn besteht, die von einer Reihe von Walzen oder Stützleisten getragen wird. Die Langsiebmaschine - erfunden 1799 - ist heute die meist gebrauchte Ausführung einer Papiermaschine, Rundsiebmaschinen werden vor allem für die Herstellung von Karton und Pappe eingesetzt.

Laubholz

Zur Gewinnung von Holzstoff oder/und Zellstoff werden in erster Linie Rotbuche, Birke, Pappel und Eukalyptus eingesetzt. Es ergeben sich Fasern von ca. 1 mm Länge und 0,03 mm Breite

Laufrichtung

Unter Laufrichtung versteht man die Richtung, in welcher die Papiermasse über die Maschine gelaufen ist (Faserlauf). Bei der Entwässerung auf dem Sieb richten sich die Fasern hauptsächlich in ihrer Länge parallel zur Laufrichtung aus. Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung. Die Abbildung soll die Bezeichnung Laufrichtung und Bahnbreite verständlich machen.

Bahnbreite:
Richtung, in der das Papier durch die Papiermaschine läuft. Dadurch ist sie in der Regel auch die bevorzugte Faserrichtung im Papier. Die Laufrichtung spielt insbesondere bei der Verarbeitung des Papiers oder Kartons eine Rolle, da das Material in dieser Richtung meist eine größere Festigkeit und Steifigkeit aufweist.

61 x 86 cm, Schmalbahn oder
61 cm Rollenbreite
86 cm Laufrichtung

61 x 86 cm, Breitbahn oder
86 cm Rollenbreite
61 cm Laufrichtung

Schmalbahn - Breitbahn:
Bei Papieren in Bogen sind die Begriffe Schmal- und Breitbahn geläufig. Wird die Bogengröße 61 x 86 cm in Schmalbahn verlangt, muss sie aus einer Papierrolle geschnitten werden, die 61 cm misst. Wird dagegen 61 x 86 cm Breitbahn gewünscht, so muss eine Papierrolle von 86 cm Breite genommen werden. Bei Breitbahn liegt der Faserlauf längs der schmalen Bogenkante von 61 cm, bei Schmalbahn geht er parallel zur langen Seite des Bogens von 86 cm.

Bezeichnung der Bahnbreiten:
Um Verwechslungen zu vermeiden, ist es üblich, in Angeboten, Rechnungen und Gewichtsverzeichnissen die Bahnbreite zu unterstreichen. Der Faserlauf geht demnach stets parallel zu der nicht unterstrichenen Seite. Auf Wunsch bezeichnet die Papierfabrik die Laufrichtung des Papiers auf den Riespaketen durch einen Pfeil. Die DIN EN 644 sieht eine internationale Regelung vor. Demnach wird Schmalbahn mit 61 x 86 cm bezeichnet, Breitbahn hingegen mit 86 x 61 cm.

Die Laufrichtung ist für eine störungsfreie Druckabwicklung und die weitere Verarbeitung von großer Bedeutung. Die Papierbesteller sollten daher sorgfältig prüfen, in welcher Bahnbreite das Papier für den gedachten Zweck geliefert werden soll.

Beispiele:

- Bücher: Laufrichtung des Papiers parallel zum Buchrücken 
- Offsetdrucke: Laufrichtung parallel zur Achse des Druckzylinders 
- Karteikarten: Laufrichtung parallel zur Höhe des Karteikastens 
- Abzugspapier: Laufrichtung senkrecht zur Zylinderachse, im allgemeinen also Schmalbahn = 21 x 29,7 cm 
- Umdruckpapier: Laufrichtung parallel zur Zylinderachse, im allgemeinen also Breitbahn = 29,7 cm x 21 cm 
- Kopier-, Laser- und Inkjetpapiere: Laufrichtung senkrecht zur Trommel und Fixierstation, also Schmalbahn = 21 x 29,7 cm

Die Laufrichtung kann von entscheidendem Einfluss auf die Verarbeitung und das Ergebnis des Druckes sein.

Bei der Buchherstellung sollen die Fasern parallel zum Buchrücken verlaufen, damit eine Wellenbildung vermieden wird und sich das Buch gut aufschlagen lässt. Auch Wechselbahn, die wegen der Ausnützung der Papiermaschinenarbeitsbreite nicht immer zu vermeiden ist, kann verwendet werden, wenn im Buch abwechselnd immer auf einen Bogen mit Laufrichtung parallel zum Buchrücken ein solcher mit der anderen Laufrichtung folgt. Es ist zu empfehlen, vor Festlegung des Formats wegen der technischen Möglichkeiten Kontakt mit uns aufzunehmen. Für das Falzen ist es in der Regel vorteilhaft, wenn die Laufrichtung parallel zum Falzbruch geht. Für Umschläge von Zeitschriften oder Broschüren, die lediglich geheftet werden, kann es der Festigkeit des Umschlags wegen vorteilhaft sein, den Faserlauf quer zum Falzbruch zu wählen.

Mehrfarbendrucke sollten in allen Verfahren zur Erzielung eines guten Passers und um eine störungsfreie Druckabwicklung zu gewährleisten, auf Papieren in Schmalbahn hergestellt werden. Breitbahn sollte für Mehrfarbendrucke nur ausnahmsweise genommen werden, wenn es etwa die spätere buchbinderische Verarbeitung notwendig erscheinen lässt.

Beim Buchdruck kann für einfarbige Arbeiten das Papier in beliebiger Bahnbreite gearbeitet sein. Bei Mehrfarbendrucken siehe oberer Absatz.

Offsetdruck: Bei diesem Verfahren soll bei üblicher Verarbeitung immer die Schmalseite des Bogens die größere Dehnung aufweisen. Kleinere Schwierigkeiten im Passer können bei dieser Beschaffenheit des Papiers (Schmalbahn) leichter behoben werden. Papiere, die für den mehrfarbigen Flachdruck bestimmt sind, müssen deshalb auf der Papiermaschine, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, in Schmalbahn gearbeitet werden. Um Verwechslungen vorzubeugen, wird darauf hingewiesen, dass die Druckabwicklung im allgemeinen stets quer zur Laufrichtung des Papiers erfolgt. Die Papierfaser soll parallel zum Greiferrand liegen.

Möglichkeiten zur Feststellung der Laufrichtung:

- Reißprobe:
Man reißt das rechtwinklig geschnittene Papierblatt in beiden Richtungen ein. In der Faserrichtung (Laufrichtung) geht das Reißen leichter vor sich und der Einriss wirkt gerade, während in der Querrichtung parallel zur Bahnbreite beim Einreißen ein größerer Widerstand festzustellen ist und der Einriss ungleichmäßiger verläuft.

- Nagelprobe:
Man zieht die Kanten des zu prüfenden Papierbogens in beiden Richtungen zwischen den Nägeln des Daumens und des Zeigefingers hindurch. In der einen Richtung ergeben sich dabei stärkere Wellen, es ist die Bahnbreite. Der Faserlauf geht parallel mit der glatten Kante des Bogens. Siehe obenstehende Abbildung.

- Biegeprobe:
wird hauptsächlich bei Kartonsorten angewendet. Man schneidet zwei gleich große längere Streifen, den einen aus der Längs- und den anderen aus der Querrichtung des Bogens, und legt sie aufeinander. Wenn die Streifen an der unteren Seite gehalten und hin und her bewegt werden, so erweist sich der eine als biegsamer. Bei dem Streifen mit geringerem Neigungswinkel verläuft die Faser in der Längsrichtung.

- Feuchtigkeitsprobe:
Man feuchtet einen Abschnitt auf einer Seite leicht an, lege ihn mit der angefeuchteten Seite auf etwas Wasser oder hält ihn kurz in der Handfläche und das Papier rollt sich quer zur Laufrichtung.

Lebensdauerklassen

Klassifizierung der Lebensdauer von Papier und Kartons. Sie ergeben sich aus der Norm DIN 6738, März 2007. Konservierung von Papier

Leim

dient dazu, das Papier beschreibbar zu machen und besondere Eigenschaften zu erzielen. Meist wird der Leim der Papiermasse bereits vor der Verarbeitung beigegeben (Stoffleimung). Für spezielle Papiersorten gibt es jedoch auch eine nachträgliche Oberflächenleimung innerhalb der Trockenpartie der Papiermaschine

Leimpresse

Einrichtungen an Papiermaschinen, um beide Seiten der Papierbahn einen dünnflüssigen Leim aufzutragen (Harzleimung). Damit wird u.a. die Gefügefestigkeit eines Papiers verbessert.

Leimungsgrad

Prüfmethode zur Bestimmung der Saugfähigkeit, des L.s und der Beschreibbarkeit: Für ungeleimte und schwach geleimte Papiere erfolgt die Bestimmung der Saugzone nach Prof. Walter, Brecht und Lieben. Besser geleimte Papiere werden geprüft nach DIN-ISO 53126. Dabei läßt man eine Probe des zu prüfenden Papiers auf Tinte aufschwimmen und verfolgt mit der Stoppuhr die Durchdringgeschwindigkeit (Tintenschwimmdauer). Um diese Zeit objektiv zu erfassen, wurden auch verschiedene Geräte entwickelt (Zellcheming Mekblatt V/15/60).

Lichtdruckkarton

Geklebter Spezialkarton für den Lichtdruck. Er muß eine gute Wasserfestigkeit und Dimensionsstabilität aufweisen.

Lichtechtheit bei Papieren

meint die Beständigkeit der optischen und physikalischen Eigenschaften gegen Lichteinwirkung. Je weniger lichtecht das Papier ist, desto schneller vergilbt das Papier. Bei farbigen Papieren ist es in erster Linie wichtig, dass trotz Einwirkung der UV-Strahlen das Papier seine Farbe beibehält und nicht verblasst. Hundertprozentigen Schutz vor Ausbleichen unter Tageslicht und Wärme gibt es nicht. Holzfreie Rohstoffe und entsprechende Farbpigmente können die Farbtonänderung verzögern.

- Messverfahren: Im Labor kann man die natürliche UV-Strahlung simulieren (Xenon-Lampe). Die Ergebnisse werden in einer Abstufung von 1 bis 8 gemessen, wobei 8 bedeutet, dass keinerlei Veränderung der Farbe messbar ist. Die Methode gemäß DIN-ISO 105-B04 ist ursprünglich zum Testen der Lichtechtheit von Textilien entwickelt worden.

- Farbstoffe: An Markisenstoff werden zum Beispiel höchste Anforderungen an Lichtbeständigkeit gestellt, so dass spezielle, mit Schwermetallverbindungen stabilisierte Farben verwandt werden müssen. Wochen- und monatelange Sonneneinstrahlung, selbst über Jahre hinweg, dürfen die Beschaffenheit des Gewebes und der Farbstoffe nicht beeinträchtigen. U.a. aus Rücksicht auf eine Lebensmittelunbedenklichkeit oder eventuelle Allergien dürfen diese Pigmente nicht zur Färbung von Papier eingesetzt werden.

- Richtwerte: Das angewandte Prüfverfahren für Stoffe legt die Messlatte sehr hoch. Ein Wert von 3 gilt daher für ein farbiges Papier als "gut"!

Lignin

ist eine Gerüstsubstanz, die neben der Zellulose und weiteren Bestandteilen im Holz enthalten ist. Es bewirkt dort die zusätzliche Versteifung der Fasern. Im Papier ist es eine unerwünschte Beigabe, die dafür sorgt, dass das Papier schnell vergilbt. Bei der Zellstoffgewinnung wird es chemisch weitgehend von der Zellulose getrennt.

Linters

ist die Bezeichnung für die dem Baumwollsamen nach der Bearbeitung noch anhaftenden kurzen Samenhaare. Linters werden für Papiere von besonderer Weichheit, hoher Dauerhaftigkeit und Saugfähigkeit eingesetzt.

LLWC-Papier

Light Light Weight Coated Paper. Besonders leicht gestrichenes Papier für den Rollenoffsetdruck.

Luftfeuchtigkeit

(relative) liegt für die Papierlagerung und Verarbeitung idealerweise bei 50 bis 55 Prozent bei Temperaturen zwischen 18° und 23° C.

Luftpostpapier

Sehr dünnes, festes, meist holzfreies Schreibpapier von 16-30 g/m2 (DIN 6730).

Lumpen

Hadern

lutro

= "lufttrocken". Maßstab für die Angabe des Trockengehalts von Papier oder Zellstoff. Im Gegensatz zu "atro" ( = absolut trocken, d. h. Null Prozent Feuchtigkeit) wird hierbei ein "normaler" (für das Papier grundsätzlich notwendiger) Feuchtigkeitsgehalt als Basis der Berechnung eingesetzt. Bei Zellstoff und Holzschliff bezieht sich das Rechnungsgewicht in der Regel auf 90:100, d. h. 90 Teile Stoff, 10 Teile Wasser.

LWC-Papier

= light weight coated paper. Bezeichnung für ein leichgewichtiges, gestrichenes, holzhaltiges Rollenpapier für den Rollenoffset- und Rollentiefdruck.

Löschpapier

Besonders saugfähiges Papier, das überschüssige Tinte von frisch beschriebenem Papier aufsaugen kann. Es wird hergestellt in röscher Mahlung.

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