Papierlexikon

Hadern

Hadern (Lumpen) waren bis Mitte des 19. Jahrhundert hinein das einzige Rohmaterial der Papierherstellung. Heute stellen solche Textilfasern weniger als ein Prozent des gesamten Rohstoffverbrauchs. Hadern gelten als der edelste Faserstoff des Papiermachers. Eingesetzt werden sie vor allem für Papiere an die besondere Ansprüche gestellt werden, wie Banknoten- und Dokumentenpapiere, auch Dünn- und Bibeldruckpapiere.

Hadernpapiere

Besonders gute und alterungsbeständige Papiere von hoher Festigkeit. 
Alterungsbeständigkeit

Halbstoffe

sind für die Papierherstellung bestimmte Faserstoffe (Hadern-Halbstoff, Holzschliff, Halbzellstoff, Altpapier, Zellstoff). Sie werden unter Zugabe von Wasser und Hilfsstoffen zur eigentlichen Papiermasse aufbereitet.

Halbzellstoff

ist ähnlich wie Braunschliff, Chemieschliff, CTMP und TMP ein Mittelding zwischen Holzschliff und Zellstoff. Durch ein teilweises chemisches Aufschließen werden die unerwünschten Bestandteile des Holzes (Lignin, Harz) zum Teil herausgelöst. Daran schließt sich eine mechanische Nachbehandlung an. Halbzellstoff ist wesentlicher Faserstoff für die Produktion der Wellenpapiere für Wellpappen.

Handgeschöpfte Papiere

Handgeschöpfte Papiere werden heute nur noch sehr selten hergestellt. Das im Handel erhältliche "Echtbüttenpapier" wird auf Rundsiebmaschinen produziert. Büttenpapier, Bütte

Handpappen

Wickelpappen

Hanf

Zähe, wasserfeste Bastfaser aus der in Europa und Asien kultivierten Einjahrespflanze Hanf, deren Stauden bis zu 3,5 m hoch wachsen. Sie können zur Herstellung von Zellstoff und Papier genutzt werden. Cannabis satira nennt man den Zellstoff. Der Anbau von Hanf war in Deutschland seit 01.01.1989 nicht mehr erlaubt. Seit Juni 1995 ist die Anpflanzung des THC-armen Faser-Hanfes aber wieder gestattet (THC = Tetrahydrocannabinole).

Hartpostpapiere

Naturpapiere und Schreibmaschinenpapiere besonders guter Qualität, die beim Biegen oder Knittern mit der Hand "klanghart" wirken. Gleichmäßige Durchsicht ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium.

Harzleimung

Von Moritz Fr. Illig (1777-1845) erfunden und 1806 veröffentlicht; statt der bisher üblichen, nachträglichen, tierischen Oberflächenleimung zur Bindung der Fasern und Reduktion der Saugfähigkeit von Schreibpapieren werden nun Harze und Alaun dem Ganzstoff zugesetzt.
Leime

Hilfsstoffe

der Papierherstellung sind im wesentlichen Füllstoffe, Farbstoffe und Leim. Um Papieren ganz spezielle Eigenschaften zu geben, können daneben noch andere Hilfsstoffe, wie z. B. Kunstharze, eingesetzt werden.

Holz

wird in der Bundesrepublik Deutschland weniger eingeschlagen als in der gleichen Zeit nachwächst. Die Waldfläche beträgt 11,1 Mio. ha, das sind rund 30 % der gesamten Fläche unseres Landes. Der Holzvorrat beträgt 3,4 Mrd. m3. Von einem jährlichen Holzzuwachs von ca. 100 Mio. m3, stehen ca. 80 Mio. m3 als potentielles Rohholzaufkommen zur Verfügung. Der jährliche Holzeinschlag beträgt ca. 60 Mio. m3. Es könnte also mehr Holz genutzt werden, ohne dabei die Nachhaltigkeit zu gefährden. (Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz). [Schmitz, Friedrich] Zwischen den Bundesländern bestehen deutliche Unterschiede (Vorrat je Hektar im Wirtschaftswald in m3/ha):
- Bayern 403
- Baden-Württemberg 365
- Hessen 319
- Nordrhein-Westfalen 314
- Thüringen 301
- Rheinland-Pfalz 297
- Schleswig-Holstein 297
- Mecklenburg-Vorpommern 289
- Niedersachsen 269
- Saarland 265
- Sachsen 262
- Brandenburg 239
- Sachsen-Anhalt 237

Seit 150 Jahren gilt das Prinzip der Nachhaltigkeit, d. h. es darf nicht mehr eingeschlagen werden als nachwächst. Holz wurde erst 1843 als Grundstoff für die Papierindustrie entdeckt. Heute ist es ein wichtiger Faserrohstoff für die Papierherstellung. Bevorzugt wird für diesen Zweck Nadelholz, weil es längere Fasern liefert als Laubholz. Die kürzere Laubholzfaser wird als Beimischung für grafische Papiere sowie für Chemie- und Kunstfaserzellstoff eingesetzt.

Holzfreie Papiere

Ausschließlich aus Zellstoff, also ohne Holzstoff, hergestellte Papiere und Kartons. Die Bezeichnung "holzfrei" ist für Laien irreführend. Es müsste eigentlich heißen "frei von Lignin".

Holzhaltige Papiere

Papiere die unter mehr oder weniger Anteil von verholzten Fasern (Holzschliff / Holzstoff) hergestellt werden. Sie weisen eine geringere Festigkeit auf als Papiere aus reinem Zellstoff, neigen schneller zur Vergilbung und haben eine geringere Alterungsbeständigkeit

Holzschliff

beträgt heute zusammen mit Holzstoff nur noch knapp 9 % des Faserstoffeinsatzes der Papierindustrie in unserem Land. Hergestellt wird Holzschliff auf mechanischem Wege durch Schleifen (auf Schleifsteinen) hauptsächlich von entrindeten Nadelhölzern unter Zusatz von Wasser. Je nach dem angewandten Verfahren entsteht dabei Weißschliff, Braunschliff oder Chemieschliff. Außer den Zellstofffasern bleiben auch die Holzbestandteile Lignin und Harz in der Fasermasse enthalten. Wegen des Lignin vergilbt Papier aus Holzschliff schnell. Es wird daher vor allem für eine kurzlebige Verwendungen eingesetzt.

Holzstoff

ist der Oberbegriff für einen ganz oder nahezu ausschließlich mit mechanischen Mitteln hergestellten Faserhalbstoff.

Holzvorrat

der Bundesrepublik wurde zuletzt durch die Bundeswaldinventur 1986 bis 1990 geschätzt. Damals kam man auf insgesamt 2,7 Mrd. m3 bei einer Waldfläche von 10,8 Mio. ha. Der jährliche Nettozuwachs beträgt heute ca. 20 Mio. m3.

Holzzellstoff

Durch chemische Aufschließung des Holzes gewonnener Zellstoff.

HWC-Papier

High weight coated paper = schwergewichtiges, gestrichenes Papier über 80/90 g/m2, holzhaltig für den Rollenoffset- oder Rollentiefdruck. Die wichtigen Einsatzgebiete sind Zeitschriften und Kataloge.

Hygienepapiere

werden überwiegend im Haushalt und für die persönliche Hygiene sowie in allen Gemeinschaftseinrichtungen, bei denen es auf Hygiene ankommt, benutzt. Zu ihnen zählen. z. B. Toilettenpapiere, Haushaltstücher, Papiertaschentücher und -servietten, Kinderwindeln, Erfrischungstücher.

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