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Das Papyrus Papierlexikon

Ein Nachschlagewerk bzw. Papierlexikon, in dem es sich zu „stöbern“ lohnt

Von A wie Abfallholz bis Z wie Zweiseitigkeit erfahren Sie zu vielen Begriffen aus der Branche in unserem Papierlexikon jede Menge Wissenswertes, Überraschendes, Neues – und manchmal sogar Dinge, die schon fast vergessen waren. Als Unternehmen der Papierindustrie haben wir dieses Papierlexikon als nützliches Nachschlagewerk für unsere Kunden konzipiert.

3000 Papiersorten gibt es schätzungsweise. Und zugegeben: Sie alle aufzulisten, das würde unser Papierlexikon vermutlich sprengen. Und dennoch haben wir uns in unserem Papierlexikon auch Papiersorten gewidmet, die zwar weit verbreitet, aber dennoch sehr besonders sind – wie zum Beispiel Banknotenpapier. Oder Barytpapier. Das ist zwar nicht besonders weit verbreitet, dafür umso spannender: Es ist ein Fotopapier. Und es hat einen Platz in unserem Papierlexikon…

Bei Durchsicht des Papierlexikons auf die Durchsicht des Papiers stoßen…

Mal ganz ehrlich: Haben Sie schon mal etwas von Josephspapier gehört? Es ist wirklich kein alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein Seidenpapier von 8 bis 10 g/m2. Es hat absolut keine kratzenden Bestandteile und wird als Schutzpapier verwendet bzw. zur Säuberung von optischen Linsen und Gläsern. Ein ganz besonderes Papier mit ganz besonderer Haptik. Oder wissen Sie, was man in der Branche unter Formation versteht? Das sind die Struktur und der Grad der Einheitlichkeit der Faserverteilung im Papier, gemessen oder beurteilt mittels hindurchgeschicktem Licht. Die Formation wird auch als die „Durchsicht“ des Papiers bezeichnet. Eines müssen wir Ihnen aber gestehen: Der Buchstabe „Y“ ist bisher immer noch verwaist. Aber vielleicht kennen Sie ja einen Begriff, den wir in dieser Rubrik erklären können? Lassen Sie uns diesen einfach wissen! Er darf auch gerne so exotisch sein, wie der Begriff unter X: Xerographiepapier!

Apropos Durchsicht: Bei der Lektüre unseres Papierlexikons, gewinnen Sie auch Einsichten. Ein wenig Aha-Effekt haben wir uns beim Verfassen des Papierlexikons natürlich auch gewünscht.

Neu: Das Papierlexikon in Video-Clips

Papyrus Papierlexikon Vorschaubild YouTube

Das Papierlexikon in Wort und Bild? Papyrus hat einige Begriffe in kurzen Video-Clips dargestellt. So wird das Thema Papier noch anschaulicher!

Folgende Video-Clips sind bereits vorhanden:

Geschäftsausstattungspapiere
Falzen
Volumenpapiere
Zellstoff

 

Abfallholz

Wichtige Rohstoffquelle für die Zellstoff- und Papierindustrie. Abfallholz als Sägenebenprodukt fällt an bei der Pflege und Durchforstung der Wälder (Waldholz) als Bruchholz (Kalamitätsholz). Der Anteil Waldholz am Verbrauch von Faserholz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie betrug in 2006 64,7 % = 6,869 Mill. Festmeter o.R. Holz, Sägenebenprodukte.

Absolute Feuchtigkeit

Bei Papier versteht man unter der absoluten Feuchtigkeit die Wassermenge in Gewichtsprozent, die im Papier vorhanden ist. 

Abwässer

Abwässer sind das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte, und das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende Wasser. In der deutschen Papierindustrie wird das Abwasser, das organische und anorganische Reste enthält, mit erheblichem Kostenaufwand gereinigt. Die Abwassermenge je Tonne Papierproduktion wurde beträchtlich reduziert.

Abweichungen

Bei allen Lieferungen hat der Verkäufer das Recht auf Abweichungen. Für die Beurteilung einer Lieferung im Falle einer Mängelrüge, auch wenn diese sich auf Mengen-, Maß- und Gewichtsabweichungen gründet, ist nur der durchschnittliche Ausfall, nicht aber sind einzelne Rollen oder Rollenteile, Bogen, Pakete oder Ballen maßgebend.

Abziehetikettenpapier

Spezielles Papier mit einem wasserlöslichen Strich für die Herstellung von Abziehbildern im Offset- oder Siebdruck.

Abzugspapier

Sehr saugfähiges Naturpapier für Vervielfältigungen. Man findet auch die Bezeichnung "Saugpost".

Affichenpapier

Andere Bezeichnung für "Plakatpapier". Definition nach DIN 6730 : "weißes Druckpapier, holzfrei, nassfest, vollgeleimt, auch einseitig glatt; muss bedruckt und gefaltet im Wasser begrenzte Zeit lagerbar sein, bevor es angeklebt wird."

Alkalileimung

Beimengung von synthetischen Masseleimungsstoffen und alkalischen Füllstoffen bei der Herstellung von Papier. Die so hergestellten Papiere werden als "neutralgeleimt" bezeichnet.

Alterungsbeständigkeit

Experten definieren ein Papier als alterungsbeständig ("Frankfurter Forderungen" vom Feb. 1990), wenn es

  • als Natur- oder Streichrohpapier holzfrei, zu 100% aus gebleichten Zellstoffen hergestellt ist.
  • einen ph-Wert von 7,5-9 aufweist.
  • einen Calciumcarbonat-Anteil von mindestens 3% besitzt.

Die "Frankfurter Forderungen" sind teilweise in die jetzt gültige internationale Norm DIN ISO 9706 eingegangen. Diese Norm kennt keine Staffelung. Sie fordert

  • h´frei (Zellstoff von besonderer Güte) oder eine Kappa-Zahl von weniger als 5,0 – gemessen wie in ISO 302 beschrieben.
  • pH-Wert zwischen 7,5 und 10, wie in ISO 6588 beschrieben.
  • einen Calciumcarbonatgehalt von mindestens 2%.

Die Kappa-Zahl ist ein Maß für die relative Härte, die Bleichbarkeit und den Aufschlussgrad von Zellstoffen. Wie auch andere Methoden zur Bestimmung des Aufschlussgrades, basiert die Ermittlung der Kappa-Zahl auf der Oxidation der Ligninreste. Der Verbrauch an Oxidationsmitteln (hier Kaliumpermanganat) ist ein Maß für den Ligningehalt. Die Kappa-Zahl ist also eine Bestimmungsmethode für Zellstoff, die Anwendung auf Papier (besonders gestrichene Sorten) ist umstritten. Papiere, die diesen Anforderungen genügen, tragen das Unendlichkeitszeichen 8 – sie werden von den Archivaren künftig grundsätzlich vorgeschrieben.

Die amerikanische Norm für Alterungsbeständigkeit heißt ANSI- Norm Z 39.48. Eine Normung der Deutschen Papierindustrie ist in der DIN-ISO 6738 festgelegt. Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss NPa-AA 21 "Alterungsbeständige Papiere" im Normenausschuss Papier und Pappe ausgearbeitet. Das Zertifikat behandelt in sehr technischer Form die Kriterien, welche ein Papier und Karton erfüllen muss, um der geforderten Lebensdauer-Klasse (LDK) zu entsprechen.

Angewendet werden soll diese Norm vor allem für Papiere und Kartons, die als Informationsträger – z.B. In Form von Schriftstücken und Büchern – nach längerer Lagerzeit in Archiven und Bibliotheken noch benutzbar sein müssen. Diese Norm kann auf holzhaltige, holzfreie und altpapierhaltige Papiere angewendet werden. Die erwähnten Lebensdauerklassen – LDK genannt – werden in der DIN-ISO 6738 wie folgt klassifiziert:

  • LDK 24-85: Diese Papiere dürfen alterungsbeständig genannt werden. Sie haben eine Lebensdauer, an die höchste Ansprüche gestellt werden können.
  • LDK 12-80: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von einigen 100 Jahren.
  • LDK 6-70: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren.
  • LDK 6-40: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren.

Altpapier

Altpapier ist der Menge nach der wichtigste Rohstoff der Papierherstellung. Sein Anteil am gesamten Faserstoffeinsatz der Papierindustrie lag in 2006 bei 69,3 % (Zum Vergleich: Holzstoff = 7,6 %, Zellstoff = 22,9 %). Wegen seiner qualitativen Eigenheiten ist das Altpapier nicht in allen Bereichen der Papierherstellung voll einsetzbar.

Die Altpapiereinsatzquoten betrugen 2006:

  • Verpackungspapiere 99 %
  • Zeitungspapiere 114 %
  • Hygienepapiere 57 %
  • Technische Papiere 41 %
  • Grafische Papiere 26 %

Die Vorstellung von einem lückenlosen Kreislauf von Alt- und Neupapier, bei dem das Altpapier der einzige Rohstoff der Papier- und Pappeherstellung wäre, ist bedauerlicherweise eine Illusion. Da sich nämlich bei jedem Einsatz die Qualität der Fasern verschlechtert, muß ständig ein gewisses Mindestmaß an frischem Material zugefügt werden, um einen "Recycling-Kollaps" zu vermeiden.

Definition nach DIN 6730:
"Altpapier ist der Oberbegriff für Papier, Karton und Pappe, die außerhalb ihres Fabrikationsprozesses nach Verarbeitung oder Gebrauch erfaßbar anfallen."

Altpapier-Einsatzquote

Altpapier-Einsatzquote ist das Verhältnis des Altpapierverbrauchs zur Produktion von Papier und Pappe. Bei einem Altpapierverbrauch von rund 15,2 Millionen Tonnen in 2006 und einer Produktion von 22,6 Millionen Tonnen erreicht die Altpapier-Einsatzquote 67,4 %

Altpapier-Rücklaufquote

Die Altpapier-Rücklaufquote ist das Verhältnis vom Altpapieraufkommen zum Papier- und Pappeverbrauch. Bei einem Aufkommen von rund 15,5 Millionen Tonnen und einem Papier- und Pappeverbrauch von 20,8 Millionen Tonnen in 2006 beträgt die Altpapier-Rücklaufquote in der Bundesrepublik Deutschland 75 %.

Altpapier-Sammlungen

Altpapier-Sammlungen werden bei den Druckereien, den Papierverarbeitern, beim "auspackenden Gewerbe" wie Kaufhäusern und Supermärkten, beim Handel und in Verwaltungen sowie bei den Haushalten betrieben. Gesammelt wird vom gewerblichen Altpapierhandel, von der Papierindustrie selbst sowie von nicht gewerblichen, freiwilligen Sammlern.

Altpapieraufkommen

Altpapieraufkommen ist die Menge an Altpapier, die aus dem Inland für die Papierherstellung zur Verfügung steht. Das Altpapieraufkommen erreicht in Deutschland rund 15,5 Millionen Tonnen jährlich.

Altpapierqualitäten

Altpapierqualitäten gibt es theoretisch mehr, als es Papiersorten gibt. Praktisch ist es nicht möglich, alle Sorten getrennt voneinander zu erfassen. Der Altpapiermarkt unterscheidet 43 Handelsklassen. Die kritische Stelle bei der Wiederverwertung von Altpapier ist die Sortierung. Die gemischten Altpapiersorten, die der Papierindustrie heute überwiegend angeboten werden, weisen die unterschiedlichsten Faserqualitäten auf und enthalten neben den Druckfarben auch Verunreinigungen wie Kleber und Kunststoffe. Gut sortierte, "reine" Sorten stehen in der Qualitätsskala obenan – allen voran die überwiegend in Druckereien anfallenden "holzfreien weißen Späne", z. B. unbedruckte Randabschnitte, die Zellstoff am nächsten kommen. Gemischtes Altpapier z. B. aus den Haushalten ist dagegen weiter unten angesiedelt. 

Aluminiumbedampfte Papiere

Druckpapiere mit einer durch Metallbedampfung metallisierten Oberfläche.

Angabe zur Quelle

Auszüge aus: Papier-Buch; Wolfgang Walenski.

AOX

Kurzbezeichnung für absorbierbare, organisch gebundene Halogene und einem in der Abwasseranalytik gebrauchten Summenparameter, der sich in der Papierindustrie vor allem auf chlorierte Kohlenwasserstoffe bezieht.

AP-Papiere

AP-Papiere sind Papiersorten, die aus 100 % Altpapier bestehen. Dazu zählen traditionell viele der für Verpackungszwecke bestimmten Papier-, Karton- und Pappesorten (vor allem Wellpappenrohpapiere) sowie ein Teil der in der Bundesrepublik erzeugten Hygienepapiere. Außerdem werden auch in kleinerem Umfang Druck- und Schreibpapiere auf AP-Basis hergestellt.

Archivpapier

Papier, das auf Dauerhaftigkeit ausgelegt ist und für Aufzeichnungen mit langer Lebensdauer verwendet wird.

Aschegehalt

Der Aschegehalt eines Papiers gibt Auskunft über den Anteil an Verunreinigungen, Füllstoffen und Pigmenten, die neben den Faserstoffen organische Bestandteile im Papier enthalten. Es sind anorganische Substanzen, die nicht verbrennen.

atro

Absolut trocken. Maßstab für die Messung des Trockengehalts von Papier und Zellstoff.

Aufbereitung

Aufbereitung ist nach der Faserstoffgewinnung die erste Stufe der eigentlichen Papierherstellung. Dabei werden zunächst die als Halbstoffe angelieferten Faserstoffe mit viel Wasser "aufgeschwemmt", d. h. in einen dünnen Brei verwandelt. Nach – oft mehrstufiger – Reinigung und Mahlung des Faserbreis werden die Hilfsstoffe zugegeben. Durch eine nochmalige Verdünnung erhält der Faserbrei dann die richtige Konsistenz (bis zu 99 Prozent Wasser) für die Weiterverarbeitung auf der Papiermaschine . Er wird dann als "Ganzstoff" bezeichnet. 

Aufschließen

Begriff aus der Papiererzeugung. Es sind diejenigen Arbeitsgänge, denen man die Rohfasern (z.B. Holz) unterziehen muss, um sie für die Zwecke der Papierherstellung nutzbar machen zu können. Es gibt verschiedene Aufschlussverfahren.

Ausrüstung

In der Papiererzeugung eine Vielzahl von Arbeitsgängen der Weiterverarbeitung der von der Papiermaschine oder Streichmaschine kommenden Rollen zu Bogen oder versandfertigen Rollen. Dazu gehören in erster Linie das Schneiden, das Sortieren und das Verpacken. 

Ausschuss

Papier, das durch Fehler in der Papierfabrikation ausgeschieden wurde und der erneuten Herstellung von guter Ware wieder der Produktion zugeführt werden kann. In der Fachsprache der Papiermacher sind "Ausschuss" auch "Stücke".

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